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  RS-Talk mit - Valentin Guillod
RS-Talk mit ...
Valentin Guillod - MX2-Europameister 2013:
Interview, Idee und Umsetzung: René Streuli - RS-Sportbilder.ch in Zusammenarbeit mit dem CROSS Magazin
Valentin Guillod - Foto: RS-Sportbilder.ch
Für das Deutsche CROSS-Magazin führte ich Mitte November 2013 ein ausführliches Interview mit dem neu gekürten MX2-Europameister Valentin Guillod und mit seinem Coach und dreimaligen MX3-Weltmeister Yves Demaria. Für die Umsetzung bot sich mir die Möglichkeit, Valentin und Yves zuhause bei Valentin's Eltern in Môtier (Vully) zu besuchen. Dabei durfte ich in Valentin's Elternhaus eine sehr freundschaftliche und herzliche Gastfreundschaft geniessen, für die ich sehr sehr dankbar bin!
Môtier am Murtensee gelegen, mit eigenem Schiffsanlege-Steg - Foto: RS-Sportbilder.ch Môtier (Vully) - idyllisch eingebettet zwischen Weinbergen und Murtensee - Foto: RS-Sportbilder.ch
In dieser tollen und entspannten Ambiance beantwortete Valentin Fragen zu seinem Karriereanfang, seine sportliche Entwicklung und natürlich auch über seine bislang erfolgreichste Saison 2013, die er verdientermassen als erster Schweizer mit dem MX2-Europameistertitel krönte. Thematisiert wurde aber auch sein fantastischer Auftritt beim diesjährigen MXoN in Teutschenthal und sein Verhältnis zu Jeremy Seewer. Das Highlight in diesem Interview war aber sicher die erstmalige Bekanntgabe seines neuen Teams, in welchem er im nächsten Jahr die MX2-WM fahren wird. Sehr speziell dabei war die Tatsache, dass er vor diesem Interview noch mit niemandem darüber reden durfte. Weitere Infos über seine sportlichen Ziele und noch einiges mehr runden dieses sehr spannende Interview ab.
Die Veröffentlichung des ungekürzten Original-Interviews hier auf «RS-Sportbilder.ch», konnte aus nachvollziehbaren Gründen leider nicht früher vorgenommen werden. Denn diese Verzögerung hat damit zu tun, dass das CROSS-Magazin (Heft-Ausgabe 37 - Januar 2014) mit der Veröffentlichung dieses Gesprächs im Heft verständlicherweise einen gewissen Vorsprung beansprucht. Heisst mit anderen Worten, dass eine Veröffentlichung auf meiner Seite unmittelbar nach dem Interview im November 2013 einen Intressenskonflikt mit dem CROSS Magazin bedeutet hätte. Für Euer Verständnis für diese Gründe bedanke ich mich an dieser Stelle vielmals! Zudem hoffe ich, dass die zusätzlichen Infos zur Person des stets gut gelaunten und sehr sympathischen Valentin Guillod diese Verspätung etwas «erträglicher» machen ;-)
Valentin Guillod - Angaben zur Person
Name & Vorname:
Guillod Valentin

Kosename:
GVal

Wohnort:
Ruelle des Vignerons 17 - CH-1787 Môtier (Vullly)


Die «Ruelle des Vignerons» in Môtier - Foto: RS-Sportbilder.ch Valentin's Elternhaus an der «Ruelle des Vignerons» in Môtier - Foto: RS-Sportbilder.ch
18. Dezember 1992

Beruf:
Profi-Motocross-Fahrer

Hobbys:
Skifahren - Snowboard - Wakeboard - Surfen - Fahrrad

Mein erstes Motocross-Rennen:
1996 - Kategorie 50ccm - im Rahmen der Fribourger Meisterschaft in Rossens

Meine bisher grössten Erfolge als MX-Rider:
Europameister EMX2 2013

Meine bisher grösste sportliche Enttäuschung:
schwer zu sagen - fällt mir auf Anhieb nichts Bedeutendes ein - auf jeden Fall bedaure ich bisher nichts

Meine Charakter-Stärken:
den Menschen respektvoll gegenübertreten

Meine Schwächen:
mental bin ich manchmal noch nicht stark genug

Worüber ich lachen kann:
mit meinen Freunden kann ich über vieles lachen

Was mich nervt:
wenn Menschen sich gegenseitig nicht respektieren

Mein Traum-Auto:
Porsche

Mein Traum-Bike für die Strasse:
Harley Davidson Chopper Style

Meine Lieblings-MX-Rennstrecke:
Payerne (SUI)

Mein Vorbild im Motocross:
James Stewart

Meine bisher stärksten Gegner auf der Rennstrecke:
2013 war dies Jeremy Seewer - wer es 2014 sein wird, werden wir sehen…

Mein bisher bestes Rennen:
Ganz klar das 1. Rennen beim Motocross of Nations (MXoN) 2013 in Teutschenthal (MX1 / MX2)

Meine Lieblingsspeise:
Käse-Fondue und Raclette

Was ich nie essen würde:
Insekten

Mein Lieblingsgetränk:
Coca Cola

Was ich nie trinken würde:
fällt mir nichts ein

Musik die ich gerne höre:
Mir gefallen sehr viele verschiedene Musikrichtungen

Meine 3 Lieblingsband’s bezw. Sänger/-Innen:
Stromae (ein belgisch-ruandischer Rapper & Musikproduzent) - Eminem (ein US-amerikanischer Rapper & Musikproduzent) - Macklemore (ein US-amerikanischer Rapper)

Mein letztes LIVE-Konzert:
kann mich nicht erinnern - ist schon ne ganze Weile her

Meine 3 Lieblings-Filme:
Intouchables (deutscher Titel: Ziemlich beste Freunde) - Inception - Ocean's 13

Meine Lieblings-Schauspieler:
Brad Pitt - George Clooney

Meine Lieblings-Schauspielerin:
Marion Cotillard

Wen ich gerne mal persönlich kennenlernen würde:
Sebastian Vettel

Wenn ich 1 Wunsch offen hätte, dann würde ich mir wünschen:
dass meine Familie und ich immer gesund bleiben

Nach den Fragen zur Person von Valentin Guillod, gehts nun weiter mit dem offiziellen Interview, welches in der «Januar 2014-Ausgabe» des CROSS-Magazins in einer leicht abgeänderten und gekürzten Fassung bereits veröffentlicht wurde - klicken Sie dazu bitte einfach auf die Grafik unten.
CROSS-Magazin (Ausgabe Januar 2014) - Interview mit Valentin Guillod (Teil 1) & Yves Demaria (Teil 2)



«Spätzünder» Valentin Guillod will in die Top-5
Valentin Guillod wurde bekanntlich in der vergangenen Saison 2013 als erster Schweizer Motocross-Europameister in der Klasse EMX250. Dabei setzte er sich in beeindruckender Manier gegen seinen stärksten Konkurrenten und Landsmann Jeremy Seewer durch. Fünf Final-Siege, zwei zweite Plätze und ein dritter Rang bei 8 Saisonrennen, unterstreichen seine klare Dominanz und sprechen eine deutliche Sprache.

Nachdem der am 18. Dezember 21 Jahre alt gewordene Westschweizer in den Jahren 2011 und 2012 in der MX2-Klasse erste WM-Erfahrungen sammeln konnte, kehrt er nun verdientermassen in die WM zurück.

Um Ihnen den sympathischen und zum Siegfahrer gereiften MX-Piloten etwas näher zu bringen, besuchte ich ihn Mitte November letzten Jahres zuhause in Môtier in seinem trauten Familienkreis. Dabei sprachen wir mit ihm und mit seinem Trainer und dreimaligen MX3-Weltmeister Yves Demaria u.a. ausführlich über die sportliche Vergangenheit, über das MXoN 2013 und über seine sportliche Zukunft.
v.l.n.r: - Yves Demaria (Coach & Trainer) - Pier Carlo Bottero - Mutter Monique Guillod - Valentin - Vater Joël Guillod - Foto: RS-Sportbilder.ch
1. Frage von RS-Sportbilder.ch
1996 bist Du im Alter von 4 Jahren erstmals MX-Rennen gefahren, hast dann alle Schweizer MX-Klassen durchlaufen und giltst schon seit vielen Jahren als grosses Talent. Trotzdem konntest Du bisher noch keinen Schweizermeistertitel feiern - mit dem Europameistertitel in der EMX250-Klasse gelang Dir nun endlich der grosse Durchbruch - Valentin ein langer Weg, was glaubst Du, woran hat es gelegen?

Valentin Guillod:
Dass es für meinen ersten Grosserfolg so lange gedauert hat, ist einfach zu erklären, denn in den ersten Jahren bin ich als kleiner Junge einfach nur als Hobby Motocross gefahren - so, wie andere hobbymässig Fussball spielen. Weil mir dies so viel Spass bereitete, bestritt ich in der Schweiz dann auch die nächst höheren Klassen vor allem einfach spasseshalber. Aus Hobby wurde Leidenschaft, was mir dann nebst einigen Siegen regelmässige Klassierungen unter den Top-5 eingebrachte. Diese positive Entwicklung ermöglichte mir dann 2011 und 2012 den Fuss in die MX2-WM zu stellen. In diesem Jahr entschieden wir uns dann konsequent und mit aller Entschlossenheit den Erfolg in der EMX250 zu suchen, was uns erfreulicherweise mit dem Gewinn des Europameistertitels ganz gut gelungen ist.
2. Frage von RS-Sportbilder.ch
Wie stark schätzt Du die Schweizer Szene ein? Mit Dir und Jeremy Seewer dominierten notabene zwei Schweizer Talente die diesjährige EMX250.

Valentin:
Ich glaube, dass wir im Nachwuchsbereich einige sehr gute Talente haben, die hoffentlich ihren Weg machen werden. Aktuell ist es für die Schweiz natürlich eine sehr gute Sache, wenn mit Arnaud Tonus, Jeremy Seewer und mit mir gleich 3 Fahrer die WM-Saison 2014 bestreiten können.
Valentin mit seiner Mutter Monique Guillod - Foto: RS-Sportbilder.ch Yves Demaria und Valentin - ein starkers Duo - Foto: RS-Sportbilder.ch
3. Frage von RS-Sportbilder.ch
2011 & 2012 bist du für KTM Scott Racing in der MX2-WM gefahren und bist etwas hinter den Erwartungen zurück geblieben - Ende Saison 2012 kam die Trennung. Was waren die Gründe aus Deiner Sicht?

Valentin:
Hauptgründe waren mein Kreuzbandriss im Mai 2011, wodurch ich 2011 gleich mehrere MX2-Grand Prix‘s verpasste, was sich natürlich negativ auf die WM-Gesamtwertung auswirkte. Im November 2012 brach ich mir beim Supercross-Training den rechten Ellbogen und das rechte Kahnbein, was mich zu einer 4-monatigen Pause zwang. Mein Pech war, dass die WM 2013 bereits anfangs März in Quatar startete und ich nicht rechtzeitig fit werden würde. Uns war sofort klar, dass dies schlechte Voraussetzungen waren, um den auslaufenden 2-Jahresvertrag mit dem KTM Scott Racing Team zu verlängern - die Trennung war die Folge.
4. Frage von RS-Sportbilder.ch
Warum bist Du für die Saison 2013 aus der MX2-WM in die «EMX250» abgestiegen"?

Valentin:
Im Unterschied zur WM, startete die EM250 erst im Mai in Portugal in die neue Saison. Aufgrund meiner Verletzungen, entschieden wir im Team, 2013 die Europameisterschaft zu bestreiten, mit dem klaren Ziel, den Titel einzufahren. Wir kamen zur Überzeugung, dass es sinnvoller sei, einen Schritt zurück zu machen und um den EM-Titel zu kämpfen, da wir bei einem allfälligen Titelgewinn grössere Chance sahen, 2014 in die MX2-WM zurückzukehren - also ein Neuanfang gewissermassen.
Valentin in Broc 2013 - man beachte den enormen Vorsprung schon wenige Meter nach dem Start zu Moto 2 (...!) - Foto: RS-Sportbilder.ch Broc 2013 - Valentin fliegt einem weiteren Saison-Sieg entgegen - Foto: RS-Sportbilder.ch

Broc 2013 - Podium Moto 2 - Jérémy Delincé (Platz 2) - Sieger Valentin - Julien Bill (Platz 3) - Foto: RS-Sportbilder.ch Broc 2013 - Podium Moto 2 - Jérémy Delincé (Platz 2) - Sieger Valentin - Julien Bill (Platz 3) - Foto: RS-Sportbilder.ch
5. Frage von RS-Sportbilder.ch
Auf die Saison 2013 habt ihr das «Guillod-Motorsport Team» gegründet. Damit begann auch Deine Zusammenarbeit mit Yves Demaria - erzähl uns bitte was über Deine Zusammenarbeit mit Yves.

Valentin:
Für unser Team ist wichtig, dass wir weiterhin mit KTM-Schweiz und mit Chris Attiger (Chef von KTM-Schweiz) zusammenarbeiten können, denn dadurch ist uns eine sehr gute Basis für den Erfolg gewiss. Noch im Dezember 2012 kam es dann zu ersten Gesprächen mit Yves Demaria, der uns mit seinem Konzept und mit seinen Ideen sofort überzeugte. Wir entschieden gemeinsam, sowohl die Schweizermeisterschaft, als auch die EMX250 zu bestreiten. Denn ich wusste schnell, dass ich mit ihm als Trainer und Teamchef wichtige Schritte nach vorne machen würde, um in die WM zurückkehren zu können. Im Februar dieses Jahres begann dann unsere offizielle und bisher sehr erfolgreiche Zusammenarbeit.
6. Frage von RS-Sportbilder.ch
Du hattest auch Werksunterstützung von KTM, wie sah das aus?

Valentin:
Chris Attiger von KTM-Schweiz pflegt seit Jahren einen sehr guten Kontakt mit KTM-Österreich. Chris fragte anfangs Jahr dort mal nach, ob wir für die EM250-Saison einen Werks-Motor von ihnen bekommen könnten. Mattighofen reagierte sehr positiv und willigte ein. An dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Chris und an das KTM-Werk nach Mattighofen (AUT).
v.l.n.r: Arnaud Pauvif (Mechaniker) - Yves Demaria (Coach & Trainer) - Valentin Guillod - Foto: RS-Sportbilder.ch Valentin Guillod startet 2014 fürs Team «Standing Construct KTM» von Tim Mathys
7. Frage von RS-Sportbilder.ch
2014 kehrst Du nun erfreulicherweise wieder in die MX2-WM zurück. Du hast nach Deinem Grosserfolg in der EMX250 bestimmt Angebote von anderen Teams erhalten. Gibt es da schon was Konkretes zu vermelden oder wirst Du auch im nächsten Jahr mit Deinem eigenen Team unterwegs sein?

Valentin:
Nein, ich werde nächste Saison nicht mehr in den Farben des «Guillod Motorsport Team» ausrücken. Stattdessen wird das gesamte Team in das Team «Standing Construct KTM» von Tim Mathys eingebettet - Yves wird also weiterhin mein Trainer bleiben und auch mein bisheriger Mechaniker Arnaud Pauvif wird mein Bike weiterhin betreuen. Dies alles ist nicht zuletzt auch Dank der weiterhin grossartigen Unterstützung von KTM Schweiz zustande gekommen, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanke!
8. Frage von RS-Sportbilder.ch
Was sagst du zur aktuellen GP-Situation? (Kosten für Teams und Fahrer etc)

Valentin:
Zunächst mal muss ich sagen, dass Youthstream einen sehr guten Job macht, sich stets weiterentwickelt, wie man auch in diesem Jahr wieder gesehen hat. Ich denke da beispielsweise an die neu gestaltete Pitlane, die Skybox, an all die neuen GP-Veranstalter in Katar, Thailand, usw. Zu den Kosten: Natürlich wird es immer schwieriger, Sponsoren zu finden. Ich denke aber, dass gerade deshalb die EM250 für sehr junge Ausnahmetalente ein sehr wichtiges Schaufenster ist, um den Sprung in ein Top-Team zu schaffen - siehe beispielsweise Jeffrey Herlings oder Christoph Charlier usw. Auch hast Du mit einem EM-Titel in der Hand viel grössere Chancen Geldgeber zu finden, als wenn Du resultatmässig kaum Nennenswertes vorzuweisen hast.
9. Frage von RS-Sportbilder.ch
Valentin, als Schweizer bist du ja eher Naturstrecken gewohnt, der Trend in der WM geht aber immer mehr zu künstlich angelegten Tracks. Wie denkst Du darüber?

Valentin:
Es ist schon so, dass mit den neuen Veranstaltern mehrheitlich auch neue Strecken aus der Retorte im Kalender erscheinen. Ich persönlich bevorzuge aber ganz klar Naturstrecken wie beispielsweise die beiden Top-Strecken in Arco di Trento oder von Maggiora.
Valentin feierte 2013 Siege am Laufmeter - Foto: RS-Sportbilder.ch Valentin Guillod feiert seinen bisher grössten Erfolg - er ist EMX2-Europameister 2013 - Foto: Massimo Zanzani (Youthstream)
10. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy Seewer war in der EMX250 Dein größter Konkurrent - beim MXoN wart ihr aber Team-Kollegen. War es schwer mit Deinem ärgsten Titelkonkurrenten zusammen im Schweizer Team zu fahren?

Valentin:
Nein da gab es überhaupt keine Probleme - ganz im Gegenteil, wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Auch er war für das gesamte Team natürlich sehr wichtig. Wir haben viel miteinander gesprochen, uns gegenseitig auch immer wieder unterstützt und motiviert - selbst in der Waiting-Zone vor dem ersten Rennen am Sonntag, haben wir uns gegenseitig nochmals richtig heiss gemacht und uns gegenseitig viel Glück gewünscht.
11. Frage von RS-Sportbilder.ch
Wie ist euer Verhältnis zueinander?

Valentin:
Da wir in erster Linie Konkurrenten sind, welche um Siege und Titel kämpfen, kann man nicht unbedingt sagen, dass wir die besten Freunde sind. Wir verstehen uns aber trotzdem sehr gut, reden auch oft miteinander und respektieren uns gegenseitig, sowohl neben wie auch auf der Rennstrecke. Auch unsere Eltern pflegen ein gutes und respektvolles Miteinander - so auch beim EM-Finale in Lierop, als sich meine Mutter mit Jeremys Mutter lange miteinander unterhalten haben.
Valentin Guillod in Lierop 2014 auf dem Weg zum EMX2-Titel - Foto: Massimo Zanzani (Youthstream) das gesamte Team «Guillod Motorsport» lässt sich feiern - Quelle: www.valentinguillod.com
12. Frage von RS-Sportbilder.ch
Deine MXoN-Performance hat viele überrascht, wie hast Du es erlebt?

Valentin:
Ich denke, das war wohl mein bestes Weekend in meinem bisherigen Sportler-Leben. Das ganze Weekend war einfach unglaublich.
13. Frage von RS-Sportbilder.ch
Was ist das für ein Gefühl, vor 85.000 Fans das Feld mit den besten Fahrern der Welt anzuführen?

Valentin:
Ja das war schon ein sehr spezielles Gefühl, als ich die Führung übernehmen konnte. Ich spürte aber deswegen überhaupt keinen Druck und ich wurde auch nicht nervös, denn ich bin es u.a. von der EM gewohnt, ein Fahrerfeld anzuführen. Ich gab einfach alles was ich hatte - ich wusste, ich muss jetzt einfach so schnell wie möglich und absolut fehlerfrei fahren, um die weltbesten Fahrer so lange wie möglich hinter mir lassen zu können. Doch dann überholten mich Fahrer wie Roczen, Cairoli Dungey Paulin usw. Aber es war trotzdem ein geiles Gefühl beim MXoN (MX1 gegen MX2) ein paar Runden geführt zu haben.
14. Frage von RS-Sportbilder.ch
Um mit den allerbesten Fahren der Welt über die gesamte Saison gesehen auf demselben Niveau mithalten zu können, wirst Du Dich weiter verbessern wollen. Woran musst du noch arbeiten, um noch besser zu werden?

Valentin:
Ich glaube das MXoN hat mir gezeigt, dass ich vom Speed her, aber auch fahr-technisch gesehen mit den allerbesten der Welt mithalten kann. Es hat mir aber auch gezeigt, dass ab Rennhälfte die Kraft etwas nachliess. Deshalb denke ich, dass ich in erster Linie meine Fitness, meine Kondition und meine Kraft noch verbessern kann/muss.
15. Frage von RS-Sportbilder.ch
Was hältst du vom Supercross, bist du schon mal gefahren - wenn ja, welche SX-Rennen wirst Du in diesem Winter noch bestreiten?

Valentin:
Ja ich bin schon mal gefahren. Ich werde auch dieses Jahr beim Supercross in Genf fahren. Es ist ja sozusagen mein Heimrennen und da werden viele Fans und Freunde anwesend sein. Um ihnen als Dank für Ihre permanente Unterstützung eine gute Leistung bieten zu können, werde ich als Vorbereitung am kommenden Weekend das SX in Lyon (FRA) bestreiten.
16. Frage von RS-Sportbilder.ch
Valentin, wie sieht Dein Vorbereitungsprogramm für die kommende MX-Saison aus?

Valentin:
Meine Vorbereitung auf die neue Saison läuft schon seit Mitte Oktober. Ich unterbreche diese wohl für die beiden genannten SX-Events in Lyon bzw. Genf. Aber nach Genf geht es dann sofort wieder zurück nach Uzès (Südfrankreich). Parallel zum umfangreichen Fitness-Training, werde ich viel mit dem Fahrrad unterwegs sein - viele Laufeinheiten sind ebenfalls angesagt. Dazukommen auch regelmässige Tests mit Fahrwerken, Bremsen usw. - und natürlich geht’s mit dem 250er Bike auch immer wieder auf die Trainingsstrecke, um für den Saisonstart in Qatar bestmöglich vorbereitet zu sein.
17. Frage von RS-Sportbilder.ch
Mit Blick auf die kommende MX2-WM wirst Du auch einige Vorbereitungsrennen bestreiten - kannst Du uns darüber schon etwas erzählen?

Valentin:
Wir werden ein einziges Vorbereitungsrennen bestreiten; und zwar ist es das traditionelle Rennen in Valence, welches vom 15.-16. Februar 2014 auf dem Programm steht.
18. Frage von RS-Sportbilder.ch
Wird man Dich 2014 auch in der Schweiz fahren sehen - wenn ja, weisst Du schon wo? Ist zudem auch das eine oder andere ADAC-MX-Masters-Rennen geplant?

Valentin:
Da wir auch 2014 mit insgesamt 18 GP‘s wiederum ein dichtgedrängtes Programm haben, werde ich voraussichtlich keine nationalen MX-Rennen fahren - also keine Rennen in Frankreich und auch keine in Deutschland. Wenn es die Situation jedoch zulässt, werde ich versuchen, trotzdem eines oder zwei Rennen in der Schweiz zu fahren.
19. und letzte Frage von RS-Sportbilder.ch
Valentin - was sind Deine sportlichen Ziele für 2014 und für die weitere Zukunft?

Valentin:
Meine Ziele für nächstes Jahr sind eine Platzierung in den Top-5 in der WM-Gesamtwertung, sowie das eine oder andere GP-Podium. Zudem werde ich auch 2015 die MX2-WM bestreiten. Und natürlich versuche ich mittelfristig einen Platz in einem Factory-Team erkämpfen zu können.
Nach dem spannenden Interview mit Europameister Valentin Guillod, führte ich auch ein ebenso interessantes Gespräch mit seinem französischen Trainer und dreimaligen MX3-Weltmeister Yves Demaria.
Unser gemeinsames Ziel in der MX2-WM ist ein Platz in den Top-5
Yves Demaria - Foto: RS-Sportbilder.ch
1. Frage von RS-Sportbilder.ch
Yves, seit der Gründung des «Guillod Motorsport Teams», arbeitest Du als Trainer und Teamchef mit Valentin zusammen - erzähl uns bitte etwas über diese Zusammenarbeit - wie ist es dazu gekommen?

Yves Demaria:
Mir war schon seit geraumer Zeit bewusst, dass Valentin sehr viel Talent hat, welches man mit Hilfe meiner Erfahrung und mit intensiver und professioneller Arbeit noch weiterentwickeln kann. Ende 2012 kam es dann zu ersten Gesprächen mit Valentin und seiner Familie. Sie signalisierten mir schon beim ersten Gespräch Ihr Interesse an einer Zusammenarbeit. Seit Beginn haben wir dieselbe Vorstellung unserer gemeinsamen sportlichen Zukunft - zudem merkten wir sofort, dass wir auch dieselben Ziele haben, was das Erstellen eines klaren Konzepts natürlich vereinfachte. Mit dem Europameistertitel, haben wir nun ein erstes Teilziel erreicht. Jetzt geht es darum, Valentin’s Platz in der MX2-WM zu festigen und ihn sportlich weiterzubringen - wer weiss, vielleicht wird er der erste Schweizer Motocross-Weltmeister…
2. Frage von RS-Sportbilder.ch
Du hast mit dieser Zusammenarbeit neben der EMX250 auch viele Schweizer MX-Strecken kennengelernt. Wenn Du sie mit den WM-Strecken vergleichst, was ist Dir dabei am meisten aufgefallen?

Yves:
Obwohl es in der Schweiz keine permanenten Rennstrecken gibt, hat es eine gute Mischung von eher einfacheren und technisch anspruchsvolleren Motocross-Pisten. Beispielsweise hat Frauenfeld eine sehr attraktive Anlage; trotzdem ist sie aufgrund fehlender Infrastruktur für einen MX1/MX2-GP nicht geeignet. Hinzufügen möchte ich, dass die Schweizermeisterschaft sehr interessant und attraktiv ist - und sie bietet den talentierten Fahrern die Möglichkeit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.
Yves Demaria überlässt bei der Zusammenarbeit mit Valentin nichts dem Zufall - Foto: RS-Sportbilder.ch
3. Frage von RS-Sportbilder.ch
Sind Dir dabei auch Schweizer Fahrer aufgefallen, welche vom Niveau her auch in der EMX250, in der MX2 oder in der MX1-WM bestehen könnten? Wenn ja wer?

Yves:
Es gibt in der MX2-Klasse zwei oder drei sehr talentierte Piloten, die mit hartem Arbeiten und Ziel-orientiertem Training den Sprung in die MX2-WM schaffen könnten - Namen will ich aber keine nennen. Für die MX1 sehe ich aktuell jedoch keine Möglichkeiten, da Julien Bill altershalber wohl nicht mehr in Frage kommt und mit Jérémy Delincé hat ein Belgier den Titel eingefahren.
4. Frage von RS-Sportbilder.ch
Für die Vorbereitung auf die kommende Saison habt ihr Euer Programm festgelegt - wo siehst Du bei Valentin am meisten Verbesserungspotenzial um noch stärker zu werden?

Yves:
Grundsätzlich werden wir den eingeschlagenen Weg genau so weitergehen wie in der vergangenen Saison. Wir werden jeden Tag hart arbeiten, denn jeder Tag beginnt immer wieder bei null. Das Ziel muss sein, dass Valentin im technischen, physischen wie auch im mentalen Bereich kontinuierlich Fortschritte erzielt, um weiterhin erfolgreich sein zu können. Er ist ein Racer, der gewinnen will - also tun wir alles, um ihm die bestmögliche Basis dazu zur Verfügung zu stellen.
5. Frage von RS-Sportbilder.ch
Welches sind Deine Erwartungen und Deine persönlichen Ziele für die bevorstehende MX2-WM-Saison 2014?

Yves:
Als Erstes ist es natürlich meine Aufgabe, Valentin mit meiner Erfahrung weiterzuhelfen und ihn an die Weltspitze heranzuführen. Ich bin absolut überzeugt, dass Valentin - neben seinem grossen Talent - die notwendigen Voraussetzungen mitbringt, um sich mit Hilfe konsequenter und harter Arbeit in der Weltspitze zu etablieren. Unser gemeinsames Ziel in der MX2-WM ist ein Platz in den Top-5.
6. Frage von RS-Sportbilder.ch
Letzte Frage Yves - welche drei Fahrer werden am Ende der Saison 2014 auf dem MX2-WM-Podium stehen - Dein Tipp?

Yves:
Natürlich wird Jeffrey Herlings in der kommenden Saison wiederum das Mass der Dinge sein. Er ist aus meiner Sicht erneut der absolute WM-Favorit. Hinter Herlings sehe ich eine sehr breite Spitze von vielleicht 10 Fahrern, welche um die Platz zwei und drei in der WM-Gesamtwertung kämpfen - unter diesen zehn Piloten sehe ich auch Valentin.
RS-Sportbilder.ch
OK das war’s - Valentin, Monique und Joël, ich danke Euch für die tolle Gastfreundschaft und für die Möglichkeit, dass ich diese Interviews bei Euch zuhause in Môtier (Vully) aufnehmen durfte - herzlichen Dank! Auch Dir Yves gehört ein grosses Dankeschön für die Zeit, die Du mir für dieses Gespräch zur Vergfügung gestellt hast - vielen Dank!

Valentin, Yves, Monique und Joël, ich wünsche Euch allen und dem gesamten Team KTM Standing Construct für die bevorstehende MX2-WM-Saison alles alles Gute, viel Glück, viel Erfolg und natürlich verletzungsfreie Rennen - toi toi toi!
Copyright auf sämtliche Bilder (mit Ausnahme derjenigen von Massimo Zanzani) und Text:
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Ihr Fotograf René Streuli
 
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