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  RS-Talk mit - Jeremy & René Seewer
RS-Talk mit ...
Jeremy Seewer - #91 - Mini85 - ADAC-Junior Cup & EMX85:
Interview vom Mittwoch, 29. Juli 2009 Idee und Umsetzung: René Streuli – RS-Sportbilder.ch
Am Mittwoch, 29. Juli besuchte ich die Familie Seewer in Bülach, um einige organisatorische Details für unser Neuseeland-Abenteuer zu besprechen - zudem nutzte ich auch gleich die Gelegenheit für ein kurzes Foto-Shooting mit Jeremy. Eine Woche vor dem Abflug (Mi. 5. August 2009 / 22.15 Uhr) nach Neuseeland zur Junioren-Weltmeisterschaft konnte aber auch der Zeitpunkt nicht besser sein, um Jeremy und seinen Vater René zu einem Interview zu bitten. Spontan stellten sich die Beiden für diesen «RS-Talk» zur Verfügung. Inhaltlich unterhielten wir uns vor allem über die laufende Saison, die der junge Bülacher bekanntlich überwiegend im Ausland bestreitet. Die komplette ADAC-Meisterschaft und die EMX85-Europameisterschaft bilden die Schwerpunkte in diesem Jahr - dies sind auch die Gründe, weshalb wir den aktuellen Schweizermeister in der Klasse «Mini85» auf Schweizer Rennstrecken kaum zu sehen kriegen - im unten aufgeführten Interview mit Jeremy und seinem Vater René könnt ihr alles sehr ausführlich nachlesen.

René Seewer - Foto: RS-Sportbilder.ch WM-Flyer für Neuseeland - Foto & Design: RS-Sportbilder.ch Jeremy Seewer - Foto: RS-Sportbilder.ch
Vor dem eigentlichen Interview liess ich Jeremy einige Fragen in schriftlicher Form zukommen; Antworten auf Fragen (z.B. Was sind seine Hobbys? Was isst er gerne? Welche Musik hört er am liebsten und und und ...) sollen Ihnen/Dir den Menschen Jeremy etwas näher bringen.
Name & Vorname:
Seewer Jeremy

Kosename:
Jampy

Wohnort:
Bülach

Geburtstag:
18. Juli 1994

Beruf:
Schüler

Hobbys:
Sport allgemein

Ich fahre Motocross seit:
2000

Jeremy in action - Foto: RS-Sportbilder.ch
Meine bisher grössten Erfolge als MX-Rider:
Vize-Meister beim ADAC-MX-Junior-Cup 2009, Schweizermeister 2008 (Kat. Mini 85ccm), Schweizermeister 2005 (Kat. bis 65ccm)

Meine bisher grösste sportliche Enttäuschung:
Der 2. Lauf in Aichwald beim ADAC-MX-Junior-Cup 2009

Meine Stärken als MX-Rider:
Ich gebe nie auf ...

Meine Schwächen als MX-Rider:
Das Fahren auf Sandboden (z.B. Lommel - BEL)

Worüber ich lachen kann:
Ice Age - Witze

Was mich nervt:
Wenn Schulkameraden sagen, Motocrossfahren sei ganz einfach - man müsse nur Gas geben ...

Meine Traum-Autos:
BMW M3 - Audi R8 - Ferrari F430

Jeremy in action - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy in action - Foto: RS-Sportbilder.ch
Meine Lieblings-Rennstrecke:
Monta - liegt in der Nähe von Asti (ITA)

Meine Vorbilder im Motocross:
Ricky Carmichael - Ryan Villopoto

Meine bisher stärksten Gegner auf der Rennstrecke:
Brent van Doninck (BEL) - Tim Gajser (SLO)

Mein bisher bestes Rennen:
Der 1. Lauf in Aichwald 2009 - dies war gleichzeitig auch mein 1. Laufsieg im Rahmen des ADAC-MX-Junior-Cup's

Meine Lieblingsspeise:
Lasagne - Palatschinken

Was ich nie essen würde:
Fische mit Gräten

Mein Lieblings-Getränk:
Ice Tea

Was ich nie trinken würde:
Alkohol

Meine Lieblings-Musik:
Fast alles - ausser Hip-Hop

Meine 3 Lieblings-Bands:
keine Angaben

Meine 3 Liebling-CD’s:
keine Angaben

Mein letztes LIVE-Konzert:
keine Angaben

Meine Lieblings-Filme:
American Pie 6 - Scary Movie

Wen ich gerne mal persönlich kennenlernen würde:
Ricky Carmichael

Land/Kultur das/die ich sehr gerne besuchen/kennenlernen würde:
Amerika

Was ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde:
Frauen - Motorrad - Kollegen - PC - einen Bagger, um eine MX-Strecke bauen zu können

Wenn ich 3 Wünsche offen hätte, dann würde ich mir wünschen:
Ein Leben in Amerika mit eigenem Haus und 'nem Home-Track - dass es in der Schweiz bessere und mehr MX-Strecken gäbe und dass Motocross einen höheren Stellenwert als Fussball hätte - zudem würde ich mir wünschen, dass die Finanzkrise ein baldiges Ende findet und dass die Schweinegrippe besiegt würde

Jeremys Helm - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremys Helm - Foto: RS-Sportbilder.ch
Beginn des eigentlichen Interviews mit Jeremy und Vater René Seewer:
1. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy, aufgrund Deiner regelmäßigen Starts im Ausland (ADAC-Rennen & EMX85) konntest Du bisher lediglich das Rennen in Payerne bestreiten, welches Du unangefochten für Dich entscheiden konntest. Inwieweit verfolgst Du die laufende Meisterschaft der Mini85?

Antwort von Jeremy:
Nun, es interessiert mich natürlich schon was in der diesjährigen «Mini85-Schweizermeisterschaft» abläuft. Meinen Liechtensteiner Kumpel Luca Bruggmann verfolge ich natürlich ganz speziell; zudem hoffe ich, dass er in diesem Jahr die Meisterschaft gewinnen kann. Die Resultate im Detail entnehme ich jedoch vorwiegend aus dem Internet oder wenn möglich aus den Print-Medien.
2. Frage von RS-Sportbilder.ch
Du hast mir mal gesagt, dass Du Deine Kollegen und Freunde vorwiegend im Kreise Deiner Mitkonkurrenten findest. Wie pflegst du die Kontakte jetzt, da du mehrheitlich im Ausland startest?

Antwort von Jeremy:
Mit meinen Schweizer Fahrer-Kollegen – vor allem mit Luca Bruggmann (Kosename: Bruggi) – pflege ich den Kontakt überwiegend via Internet (MSN oder sonstigen E-Mail-Verkehr). Bei den ADAC- und auch bei den EM-Rennen wird es etwas schwieriger, da einfach die Zeit für eine richtige Kontaktpflege viel zu knapp ist. Vor allem bei den EM-Rennen ist es kaum möglich; denn man konzentriert sich auf das Wesentlichste; das heisst den eigenen Platz im Fahrerlager einrichten, Einschreiben, technische Abnahme, freies Training, Zeit-Training, die 2 Rennläufe möglichst gut bewältigen, Aufladen und wieder abreisen – für die Kontaktpflege zwischen uns Fahrern besteht somit kaum Zeit – und wenn dann vielleicht mal kurz ein paar Worte mit Deutschsprachigen Kollegen – mehr ist leider nicht drin. Bei den ADAC-Rennen ist es besser, weil uns etwas mehr Zeit zur Verfügung steht – nicht zuletzt auch deshalb weil die Wegstrecken (Fahrzeiten) zwischen Bülach und den jeweiligen ADAC-Rennstrecken in der Regel wesentlich kürzer sind als diejenigen zu den EM-Rennstrecken.
3. Frage von RS-Sportbilder.ch
In der Mini85-CH-Meisterschaft wirst Du wahrscheinlich noch das letzte Rennen in Les Vieux-Prés bestreiten können. Was sind Deine Ziele für dieses Rennen und wie denkst Du darüber, dass Du Deinen CH-Titel nicht verteidigen konntest?

Antwort von Jeremy:
Nun wenn ich Vieux-Prés wirklich fahren kann, dann will ich das Rennen natürlich auch gewinnen – alles andere wäre bestimmt nicht zufriedenstellend. Dass ich meinen Schweizermeistertitel nicht verteidigen kann, war mir schon vor Saisonbeginn klar, da die ganze Saisonplanung ganz klar auf die Starts im Ausland (ADAC-Rennen und EM-Rennen) ausgerichtet war. So gesehen ist für mich der Verlust meines CH-Titels kein Problem, da ich seit Jahresanfang mental entsprechen eingestellt bin. Kommt hinzu dass ich wohl schon sagen darf, dass meine Chancen für eine erfolgreiche Titelverteidigung zumindest sehr groß gewesen wären, wenn ich alle Rennen hätte bestreiten können.
René Seewer - Foto: RS-Sportbilder.ch
4. Frage von RS-Sportbilder.ch
René, anstelle der Titelverteidigung, habt ihr schon vor dem diesjährigen Saisonstarts entschieden, das Hauptaugenmerk auf die Rennen im Ausland zu legen – insbesondere die ADAC-Rennen und die EMX85-Europameisterschaft stehen/standen auf dem Programm. Gab es diesbezüglich Probleme mit den Sponsoren? Wie war ihre Reaktion auf diese Saisonplanung?

Antwort von René:
Bei Bekanntgabe unserer Saisonplanung reagierten sie verständlicherweise zunächst eher distanziert. Denis Birrer von «moto91» erklärte dann aber allen Sponsoren, Supporten und Gönnern mit entsprechenden Argumenten sehr ausführlich, dass wir im Interesse von Jeremy sehr gerne zukunftsorientiert weiterarbeiten würden, damit sich «Jampy» Schritt für Schritt weiterentwickeln kann. Um diese Weiterentwicklung auch kontinuierlich umsetzen zu können, würde dies jedoch regelmässige Starts im Ausland und den damit verbundenen direkten Vergleich mit ausländischen Spitzenfahrern erfordern. Von unserem Konzept sichtlich begeistert und restlos überzeugt signalisierten dann alle unsere Partner ihre Bereitschaft dieses Konzept mitzutragen. An dieser Stelle will ich mich bei unseren Partnern – auch im Namen des gesamten «Suzuki MX-Team 91» – ganz herzlich bedanken!
5. Frage von RS-Sportbilder.ch
Was waren die Hauptgründe, bezw. was waren/sind die Ziele dieser Ausland-Starts und welche Renn-Serien bestreitet ihr?

Antwort von René:
Nun es gab/gibt eigentlich nur zwei Gründe weshalb wir im Ausland fahren wollen. Zum einen möchten wir mit «Jampy» wie bereits erwähnt zukunftsorientiert weiterarbeiten, damit er sich sportlich, mental aber auch menschlich weiterentwickeln kann. Den zweiten Grund liefert die sensationelle Saison 2008, die Jeremy außergewöhnlich erfolgreich und entsprechend überlegen gemeistert hat. Ich meine wenn man wie «Jampy» von möglich 12 Tagessiegen deren 10 gewinnt, von 24 möglichen Rennläufen nicht weniger als 20 für sich entscheidet (in Cutterwil war er nicht mal am Start weil er das ADAC-Rennen in Gaildorf fuhr), dann ist das schon sehr eindrücklich... Zu den Zielen: Nun die ADAC-Rennen haben 1. Priorität; hier wollen wir möglichst regelmässig in die Top-10 reinfahren; wenn es mehr werden sollte, dann wäre das natürlich toll. Dann wollen wir an den EMX85-Europameisterschaften starten. Da wollen wir je nach EM-Verlauf möglichst viele Rennen bestreiten, damit Jeremy wertvolle Erfahrungen sammeln kann. Sollte er sich in der Gesamtwertung in den Top-10 halten können, so werden wir wenn möglich die gesamte EM bestreiten. Momentan liegt er auf dem 9. Gesamtrang (Stand vor dem EM-Lauf in Dänemark); dies obwohl er in Montevarchi (ITA) nicht starten konnte, da wir zu diesem Zeitpunkt in Ried im Innkreis (AUT) ein ADAC-Rennen bestritten (P6 in L1 & P4 in L2 = 5. Overall – Anmerkung von RS-Sportbilder.ch).
6. Frage von RS-Sportbilder.ch
René, noch bis Ende der Saison 2008 wart ihr in das damals noch existierende «Suzuki-Inotec-Team» eingebunden; seit diesem Jahr gibt es dieses Team bekanntlich ja nicht mehr. Wie sieht nun die Zusammenarbeit mit dem «Teka-Suzuki-Werks-Team» aus? Wie kann man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?

Antwort von René:
Ja eigentlich kam diese Zusammenarbeit durch freundschaftliche Beziehungen zustande; wobei man diese Zusammenarbeit nicht allzu sehr überbewerten sollte. Ich meine von einer eigentlichen Werksunterstützung im eigentlichen Sinn kann man da schon nicht sprechen. Natürlich konnten wir viele Vorteile und Supports genießen, wofür wir auch sehr dankbar sind. Doch als dann das Inotec-Team ausstieg, konzentrierte man sich verständlicherweise fortan voll und ganz auf Steve Ramon, Ken DeDycker, Xavier Boog und Ken Roczen.
Jeremy - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy - Foto: RS-Sportbilder.ch
7. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy, nicht zuletzt auch durch diese Zusammenarbeit hast du einen sehr guten Kontakt zu Ken Roczen. Wie versteht ihr euch auf und neben dem Rennplatz? Inwieweit kannst Du von ihm profitieren?

Antwort von Jeremy:
Ken kenne ich schon seit geraumer Zeit; es ist natürlich schon toll und hilfreich, wenn ich dann und wann bei ihm zuhause auf seiner eigenen Hausstrecke mit ihm zusammen trainieren kann. Auch neben der Rennstrecke verstehen wir uns sehr gut; an den Rennen jedoch ist es mittlerweile schwierig, um uns länger unterhalten zu können weil normalerweise die Zeit dafür ganz einfach zu knapp ist – da bleibt manchmal nur ein kurzes ... Wenn keine Rennen sind, dann kommunizieren wir ab und zu via MSN.
8. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy, wie sind Eure Kontakte beispielweise während den ADAC-Rennen? Ist es zeitlich überhaupt möglich, dass ihr euch bezogen auf die jeweilige Rennstrecke austauschen könnt?

Antwort von Jeremy:
An den ADAC-Rennen ist es etwas besser – wie beispielsweise letzte Saison beim ADAC-Saison-Finale in Höchstädt. Da war er Freitagabends während etwa 2-3 Stunden bei uns im Wohnmobil; wir spielten zusammen mit Tobias Elmer und Yves Furlato die längste Zeit PC-Games.
9. Frage von RS-Sportbilder.ch
Bleiben wir noch kurz bei den ADAC-Rennen: In der laufenden Saison hast Du bereits tolle Erfolge feiern können. Insbesondere in Aichwald, als Du Deinen 1. ADAC-Lauf-Sieg feiern konntest, nachdem Du die 2.schnellste Trainingszeit erzielen konntest. Wie hat es sich angefühlt, als Du als Sieger durch die schwarz-weiß karierte Flagge abgewunken wurdest? Gab es da spezielle Reaktionen im Umfeld?

Antwort von Jeremy:
Natürlich habe ich mich innerlich über meinen 1. ADAC-Lauf-Sieg sehr gefreut – mehr aber auch nicht. Ich glaube meine Emotionen wären sicherlich stärker gewesen wenn ich nicht schon so viele Rennen hätte gewinnen können – kommt hinzu, dass man dafür manchmal viel zu wenig Zeit hat, weil man nach dem Rennen sofort wieder die Heimreise antreten muss. Was mich auch sehr gefreut hat, waren die vielen Gratulanten, die von allen Seiten auf mich zukamen.
10. Frage von RS-Sportbilder.ch
René, was ging Dir durch den Kopf, als Jeremy seinen 1. ADAC-Lauf-Sieg feiern konnte? Wie hast Du Dich da gefühlt? Kamen spezielle Reaktionen von Suzuki?

Antwort von René:
Ich persönlich sehe durch diesen 1. Sieg eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass der Speed von Jeremy in Ordnung ist. Allerdings muss man auch sagen, dass mit etwas mehr Rennglück noch einiges mehr drin gelegen wäre – das gilt für die ADAC- wie auch für die EM-Rennen. Was mich zusätzlich ebenfalls sehr gefreut hat, waren die vielen ehrlich gemeinten Gratulationen von allen Seiten – selbst der Vater von Tim Gajser, dem Führenden in der EM-Gesamtwertung hat mir gratuliert...
Jeremy - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy mit seinem Bike - Foto: RS-Sportbilder.ch
11. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy, in Ried im Innkreis folgte dann mit dem 5. Gesamtrang erneut ein großartiges Resultat, nachdem Du erneut die 2.schnellste Trainingszeit auf die Strecke geknallt hast. Wie sind Deine Eindrücke bezogen auf Deine direkten Konkurrenten? Spürst Du mehr Respekt als noch zu Beginn der Saison oder wie nimmst Du das direkte Umfeld war?

Antwort von Jeremy:
Veränderungen kann ich eigentlich keine erkennen; ich meine man kennt sich mittlerweile, da viele von uns sowohl die ADAC-Rennen wie auch die EM fahren. Jeder von uns kennt die Stärken und Schwächen des Anderen. Zu Beginn der Saison war das sicherlich noch nicht so der Fall.
12. Frage von RS-Sportbilder.ch
René, nimmst Du Veränderungen im unmittelbaren Umfeld war, nachdem Jeremy diese tollen Resultat einfahren konnte?

Antwort von René:
Im Vergleich zum Saisonstart ist unser Bekanntheitsgrad sowohl bei den ADAC-Rennen wie auch an der EM sicherlich stark gestiegen; man kennt uns mittlerweile überall, man nimmt uns wahr und man bringt uns den uns zustehenden Respekt entgegen – was sicherlich auch mit den guten Resultaten zusammenhängt. Zudem ist zu betonen, dass unter den Teams und unter den Fahrern ein sehr freundliches Verhältnis besteht; man hilft sich gegenseitig, man quatscht miteinander wenn es die Zeit zulässt, der Eine besucht den Anderen mal eben im Wohnmobil oder man trinkt abends mal etwas zusammen – also so, wie man es sich eben vorstellt – obwohl wir ja eigentlich alle Konkurrenten sind...
13. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy & René, neben den ADAC-Rennen seid ihr auch an der diesjährigen EMX85-Europameisterschaft am Start – außer dem letzten Rennen in Montevarchi (ITA) seid ihr bisher überall gefahren und habt regelmässig sehr beachtliche Resultate eingefahren – 7 Top-10-Platzierungen in den einzelnen Rennläufen (davon 3x auf Platz 6) und im Gesamtklassement ist Jeremy momentan auf dem hervorragenden 9. Gesamtplatz klassiert – und das obwohl ihr in Montevarchi nicht gestartet seid. Wie sieht euer persönliches Fazit bezüglich EM bisher aus (Stand vor EM-Lauf in Svendborg, Dänemark vom So. 2. August 2009) und was sind die wichtigsten Erkenntnisse die ihr für die Zukunft nutzen könnt?

Antwort von Jeremy:
Eigentlich bin ich bisher ganz zufrieden; wenngleich es mit etwas mehr Glück noch besser hätte laufen können. Wenn ich beispielsweise an den 2. Lauf von D-Bielstein (EM) denke, als sich ein Stein in der vorderen Bremszange verkeilt und somit arge Bremsprobleme verursacht hatte. Ohne diesen kleinen aber folgenschweren Zwischenfall wäre da ganz klar mehr drin gelegen... Mit Blick in die Zukunft gibt es natürlich immer gewisse Dinge zu verbessern; allem voran die Starts müssen in Zukunft einfach noch besser werden. Denn es ist ja ganz klar, dass man mit einem gelungenen Start die Grundvoraussetzung für ein gutes und erfolgreiches Rennen legen kann. Auch wegen meinen nicht gerade überragenden Starts habe ich das eine oder andere Top-Resultat vermasselt.

Antwort von René:
Wie «Jampy» bereits schon sagte, müssen die Starts noch viel besser werden, um auch die mehrheitlich guten Startplätze in gute, bezw. noch bessere Resultate ummünzen zu können. Als Folge der zum Teil eher mäßigen Starts hat er 2-3 Top-3-Plätze oder gar Lauf-Siege vergeben; denn wenn man seine Rundenzeiten mit denjenigen der Top-5-Fahrer vergleicht, kann man unschwer erkennen, dass er die Pace sehr gut mitgehen kann. In die Zukunft blickend ist dieses Jahr aber auch eine Art Jahr des Lernens, denn Jeremy kann in der EM sehr viele neue Rennstrecken und deren Bodenbeschaffenheit kennenlernen, was für die Zukunft natürlich ebenso wichtig ist, wie die Tatsache, dass wir in Zukunft nicht mehr ins Ungewisse fahren, wenn wir beispielsweise Rennen in Osteuropa fahren. Wir wissen nun mehrheitlich, was uns da erwartet, auf was wir achten müssen und wie wir uns darauf vorbereiten können/müssen. Diese Erkenntnisse vereinfachen die Fahrerei und die Reiserei merklich – wie Jeremy vorhin ebenfalls zu Recht angedeutet hat.
Jeremy - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy - Foto: RS-Sportbilder.ch
14. Frage von RS-Sportbilder.ch
René und Jeremy, reden wir zum Schluss noch vom absoluten Saison-Highlight; gemeint sind die anstehenden Junioren-Weltmeisterschaften in Neuseeland vom 15./16. August 2009, die in Taupo ausgetragen werden. Inwieweit habt ihr euch schon damit auseinandergesetzt? Was wisst ihr beispielsweise zum jetzigen Zeitpunkt von der Rennstrecke, wie sind die Bodenverhältnisse? Ist es eher eine schnelle Strecke oder ist es eher ein technisch anspruchsvoller Parcour?

Antwort von René:
Also um ehrlich zu sein, habe ich mir darüber noch keine großen Gedanken gemacht, da wir vorher noch ein EM-Rennen in Svendborg (Dänemark) fahren werden. Ich weiß aber dass es eine sehr interessante und leicht sandige Strecke sein soll, die auf einem Vulkan-artigen Gelände angelegt sein soll.

Antwort von Jeremy:
Auch ich kann im Moment noch nicht viel mehr dazu sagen. Wie mein Vater schon erwähnt hat, soll es eine leicht sandige und zum Teil auch recht harte Strecke sein, die auf Vulkan-artigem Boden liegt. Zudem scheint es ein sehr großes Renngelände zu sein, welches diverse Strecken-Varianten anbietet – zumindest sah es so aus, als ich mich mal via Google-Earth schlau machen wollte.
15. Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy, mit welchen Erwartungen/Zielen gehst Du an die Sache ran?

Antwort von Jeremy:
Nun ich denke, dass da viele Amerikaner, Australier und natürlich viele Neuseeländer am Start sein werden; ansonsten gehe ich ohne jegliche Erwartungen nach Neuseeland zur WM weil ich mir keinen unnötigen Druck auferlegen möchte. Im Gegenteil; ich möchte möglichst locker an die Sache rangehen. Ich bin vielleicht auch gerade deshalb – zumindest bis jetzt – überhaupt nicht nervös. Ich möchte einfach gut und locker fahren und mein Bestes geben und viel lernen – und wenn ich dabei noch etwas Spaß habe, dann kommt es bestimmt gut. (Jeremy zeigt mit einem Schmunzeln und mit leuchtenden Augen, dass er sich riesig auf diese WM freut! – Anmerkung von RS-Sportbilder.ch)
16. Frage von RS-Sportbilder.ch
In Anbetracht der Tatsache, dass jetzt in Neuseeland Winter ist, wirst Du Dich auch mental darauf einstellen müssen, dass das Wetter und die Temperaturen entsprechend anders sein werden als jetzt bei uns. Was wirst Du in dieser Richtung unternehmen?

Antwort von Jeremy:
Mir ist schon bewusst, dass da andere Wetterverhältnisse und kältere Temperaturen herrschen werden als momentan bei uns. Ich werde dann bestimmt ein paar warme Klamotten bei mir haben; aber sonst mache ich nichts Spezielles in dieser Hinsicht.
17. Frage von RS-Sportbilder.ch
René, wie sieht es mit den Bikes aus? Ihr werdet ja bestimmt nicht die eigenen Bikes mit nach Neuseeland mitnehmen wollen. Wie löst Ihr diesen Punkt?

Antwort von René:
Gaudenz Gisler wird uns ein Suzuki-Bike und diverse Michelin-Reifen zur Verfügung stellen. Wir werden zudem einen kompletten Zachmann-Motor, ein komplettes Fahrwerk, Lenker, Auspuffanlage und alle Plastik-Anbauteile (mit unseren Sponsoren-Kleber darauf) mitnehmen. Zudem haben wir speziell für diese WM drei neue Trikots entworfen und anfertigen lassen, die wir dann auch im Gepäck haben werden.
Jeremy mit seinem roten WM-Trickot - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy mit seinem roten WM-Trickot - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy mit seinem blauen WM-Trickot - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy mit seinem blauen WM-Trickot - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy mit seinem gelben WM-Trickot - Foto: RS-Sportbilder.ch Jeremy mit seinem gelben WM-Trickot - Foto: RS-Sportbilder.ch
18. Frage von RS-Sportbilder.ch
Ihr werdet also am kommenden Mittwoch, 5. August abends um ca. 22.15 Uhr abfliegen; die WM findet dann am Weekend des 15./16. August in Taupo statt. Wo und wie seid ihr untergebracht, wie bewältigt ihr den Transfer vor Ort und wie sieht das genaue Vorbereitungsprogramm aus, bevor es dann so richtig ernst gilt?

Antwort von René:
Gaudenz Gisler hat auch hier für uns gesorgt, indem er uns ein Haus und einen Bus zur Verfügung stellt. Vor Ort werden wir dann das uns zur Verfügung gestellte Bike mit unserem mitgebrachten Material entsprechend umbauen und auf Jeremys Bedürfnisse vorbereiten. Dann bleiben uns einige Tage Zeit, um mit dem umgebauten Bike auf einer Trainingsstrecke in Ruhe zu trainieren, bevor es dann am 15./16. August ernst wird. Die Trainings-Strecke ist übrigens bezüglich Bodenbeschaffenheit und Strecken-Charakteristik mit der WM-Strecke von Taupo vergleichbar. Vielleicht besteht aber auch die Möglichkeit, dass wir anstelle des Trainings in der Region von Taupo noch ein Vorbereitungsrennen fahren können – die Abklärungen diesbezüglich laufen noch.
19. und letzte Frage von RS-Sportbilder.ch
Jeremy & René, ihr habt das letzte Wort ...

Antwort von Jeremy:
Wie ich schon sagte, freue ich mich riesig auf die WM; ich werde mein Bestes geben und versuchen ein tolles Resultat zu erzielen, um auch unseren Sponsoren eine Freude machen zu können. Weiter möchte ich mich bei allen Sponsoren herzlich bedanken, die uns die Teilnahme an dieser WM überhaupt erst ermöglichen.

Antwort von René:
Wie «Jampy» eben schon sagte, freuen wir uns riesig auf dieses WM-Rennen in Neuseeland! Wir werden natürlich alles versuchen, um ein positives Resultat erzielen zu können. Ich möchte zudem diese Gelegenheit nutzen, um mich im Namen des gesamten «Suzuki MX-Team 91» bei allen Sponsoren für ihre Unterstützung zu bedanken. Speziell bedanke ich mich bei der «Mühle-Transport AG», die die gesamten Transportkosten finanziert. Weiter gilt ein spezielles Dankeschön an Denis Birrer von «moto91» der dieses WM-Abenteuer mitfinanziert. Auch der Firma «Kern Straßenbau AG», die nicht nur Sponsor unseres Teams ist, sondern gleichzeitig auch mein Arbeitgeber ist, gebührt ein riesiges Dankeschön. Denn trotz eines übervollen Auftragsbuches im Straßenbau ermöglicht es mir die Firma dank ihres Entgegenkommens, dass wir an dieser WM in Neuseeland teilnehmen dürfen. Herzlichen Dank Euch allen!
RS-Sportbilder.ch
Jeremy und René, für dieses angenehme und spontane Interview bedanke ich mich ganz herzlich! Ich wünsche euch für die WM in Taupo (NZL) alles Gute, viel Glück und viel Erfolg!


Ihr Fotograf
René Streuli
 
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