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  RS-Talk mit - Patrick Walther
RS-Talk mit ...
Patrick Walther - #691 - Swiss Masters Open:
Interview vom Pfingst-Sonntag, 11. Mai 2008 - Idee und Umsetzung: René Streuli – RS-Sportbilder.ch
Im Rahmen des SAM-Motocross von Wohlen traf ich kurz Patrick Walther im Fahrerlager; wir unterhielten uns über seine Handverletzung und über andere Dinge. Wir sprachen auch über meine Idee, mit ihm und seinem Mechaniker Roland Hürzeler ein Interview zu machen. Mein Vorhaben schien ihm zu gefallen; und so verabredeten wir uns am Pfingst-Sonntag in Muri, um das nachfolgende Interview zu machen.
Patrick & sein Mech. Roland Hürzeler
Vor dem eigentlichen Interview übergab ich Patrick einige Fragen in schriftlicher Form; Antworten auf Fragen (z.B. Was sind seine Hobbys? Welche Musik hört er am liebsten? Wann war er das letzte Mal im Kino und und und ...) sollen Ihnen den Menschen Patrick Walther etwas näher bringen.
Name, Vorname:
Walther Patrick

Kosename:
Pädi / Jihat

Wohnort:
Auw

Geburtstag:
10. Juni 1981

Beruf:
Plattenleger

Hobbies:
Paintball, Sport allgemein

Ich fahre Motocross seit:
1989

Meine bisher größten Erfolge als MX-Rider:
Schweizermeister MX2 2007 (Swiss Masters 125)

Meine bisher größte sportliche Enttäuschung:
die gesamte Saison 2004

Meine Stärken:
ich gebe immer alles…

Meine Schwächen:
ich bin manchmal zu ungestüm …

Worüber ich lachen kann:
über gute Witze …

Was mich nervt:
wenn es regnet…

Mein Traum-Auto:
einen Porsche

Mein Traum-Bike für die Straße privat:
eine Yamaha R1

Meine Lieblings-Rennstrecke:
Payerne - Castelnau de Levis

Mein(e) Vorbild(er) im Motocross:
Ricky Carmichael

Meine bisher stärksten Gegner auf der Rennstrecke:
Philippe Dupasquier - Simon Baumann - Nicolas Charlier

Mein bisher bestes Rennen:
EMX2 in Roggenburg 2007 – 3. Gesamtrang im Tagesklassement

Meine Lieblingsspeise:
Älplermakaronen

Was ich nie essen würde:
Meeresfrüchte

Mein Lieblingsgetränk:
Ice Tea

Was ich nie trinken würde:
Light-Getränke

Musik die ich gerne höre:
Rock-Musik

Meine 3 Lieblings-Band‘s:
Linkin Park - Green Day - Fanta 4 (die fantastischen Vier)

Meine 3 Lieblings-CD‘s:
„Lauschgift“ (Fanta 4) - „American Idiot“ (Green Day) - „Lest We Forget“ (Marilyn Manson)

Mein letztes LIVE-Konzert:
Fanta 4

Meine 3 Lieblings-Filme:
Werner, gekotzt wird später – Death Proof - Simpsons, der Film

Meine 3 Lieblings-Schauspieler:
Samuel L. Jackson - Bruce Willis - Johnny Depp

Meine 3 Lieblings-Schauspielerinnen:
Angelina Jolie - Jennifer Aniston - …?

Letzter Film im Kino:
Halloween

Mein Lieblingsbuch:
da gibt es viele – Hauptsache sie sind von Stephen King …

Wen ich gerne mal persönlich kennenlernen würde:
Ricky Carmichael

Land/Kultur, das/die ich sehr gerne besuchen möchte:
Amerika

Diese 5 Sachen nehme ich mit auf eine einsame Insel:
Frau - Fernseher - Play-Station - Motocross-Bike - Liegestuhl

Die dümmste Frage, die mir je gestellt wurde:
Warum hast Du nicht gewonnen…?

Wenn ich 3 Wünsche offen hätte, dann würde ich mir wünschen…,
… dass in der Schweiz Motocross den höheren Stellenwert als Fußball hat …
… dass ich demnächst Lotto-Millionär werde …
… dass ich das Leben in vollen Zügen genießen könnte …
Patrick mit Schiene
Teil 1 des Interviews:
Kurze Rückblende auf die vergangene Saison:
1. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, Du hast in den vergangenen 3-4 Jahren den angestrebten Meistertitel bei den Swiss Masters 125, bezw. SAM-Inter 125 stets nur knapp verpasst. Wenn Du jetzt kurz zurückblickst, was glaubst Du, woran hat es jeweils gelegen, dass es nie bis ganz zuoberst aufs Podest gereicht hat?

Antwort von Patrick:
Nun an der Konstanz hat es bestimmt nie gelegen, denn ich habe stets starke Rennen mit entsprechend guten Resultaten abgeliefert. Was mir jedoch zum Teil noch fehlte, war der absolute Speed den es braucht, um regelmäßig Rennen gewinnen zu können.
2. Frage von RS-Sportbilder.ch
Roland Hürzeler (Mechaniker), in solchen Momenten und nach solchen Erfahrungen ist es ja auch für einen Mechaniker wie Du nicht einfach. Wie reagiert man in solchen Situationen; sprichst Du da mit Patrick ganz spezielle Dinge an? Analysiert man da auch kritisch wie man künftig besser zusammenarbeiten kann/muss?

Antwort von Roland:
Da ich bis Ende Saison 2006 noch selber aktiv Motocross gefahren bin, arbeite ich erst seit anfangs Saison 2007 als Mechaniker mit Patrick zusammen. Ich kann sicher sagen, dass wir seit Beginn unserer Zusammenarbeit sehr gut zusammen harmonieren, dass wir uns natürlich immer gegenseitig austauschen und dass ich auch immer wieder versuche, ihm in allen Bereichen unterstützend zu helfen. Wenn es beispielsweise in einzelnen Streckenabschnitten mit der Linienwahl nicht richtig aufgehen will, versuche ich ihm Tipps zu geben. Oder zum Beispiel bei der Fahrwerks-Abstimmung versuche ich natürlich zusammen mit Patrick das entscheidende Quäntchen rauszuholen, um noch schneller zu werden. Aber auch in anderen technischen Details (Motor, Bremsen, Reifen usw.) reden wir sehr intensiv miteinander – immer mit dem Ziel als Team gemeinsam noch schneller zu werden.
Vorderrad-Bremse - Motorblock - Hinterrad-Bremse
3. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, kommen da auch Gedanken auf, im Bereich des Materials etwas zu ändern? ZB. das Bike, das Fahrwerk, Bremsen und/oder Ähnliches?

Antwort von Patrick:
Wie vorhin bereits gesagt, reden wir während den Trainings und während den Rennen immer offen über eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten – beispielsweise übers Fahrwerk, über die Reifen, die Bremsen; auch Motor-technisch gibt es immer was zu besprechen. Man muss dies auch immer wieder tun, um – bezogen auf die jeweiligen Rennen & Rennstrecken – bestens vorbereitet an den Start gehen zu können...
4. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, schauen wir kurz zurück in die Saison 2007; bis zum Weinland-Rennen in Dätwil hast Du das Gesamtklassement bei den «Masters» mit 18 Punkten Vorsprung auf Nico Charlier relativ sicher angeführt. Doch dann schlug Nico mit Siegen in beiden Läufen vehement zurück.
Für mich persönlich eines der spannendsten und spektakulärsten Rennen der letzten Saison war Bullet - Nico gewann den 1. Lauf. Im 2. Durchgang dann der Crash mit Nico kurz nach dem Start; trotzdem konntest Du den 2. Lauf nach einer unglaublichen Aufholjagd noch als 2. beenden – hinter Arnaud Tonus, der damals seinen ersten Swiss Masters-Lauf gewinnen konnte. Trotzdem schmolz Dein Vorsprung gegenüber Charlier um einen weiteren Punkt. Mit welchen Gefühlen und mit welcher Renn-Taktik/Renn-Strategie bist Du 3 Wochen später zum Saison-Finale nach Vieux-Prés gefahren?

Antwort von Patrick:
Nun nach dem Rennen in Bullet war ich absolut überzeugt, das ich den Titel gewinnen werde; dementsprechend habe ich mir auch eine Renn-Taktik für Vieux-Prés ausgedacht. Ich nahm mir vor, die beiden Rennläufe beim Saison-Finale kontrolliert aber nicht zu verhalten zu fahren. Eine kontrolliert offensive und aggressive Fahrweise war also trotzdem notwendig, um den Titel auf der Ziellinie sozusagen nicht doch noch zu verlieren – was letztlich dann ja auch aufgegangen ist.
5. Frage von RS-Sportbilder.ch
Genau! Endlich hat es geklappt. Nach wiederum 2 spannenden Läufen – insbesondere Lauf 2 war an Spannung & Dramatik kaum zu überbieten – hast Du auf eindrückliche Art und Weise und mehr als nur verdient die beiden längst verdienten Titel bei den Swiss Masters 125, bezw. SAM-Inter 125 eingefahren. Was waren Deine ersten Gedanken, als Du in Les Vieux-Prés die Ziellinie überquert hast?

Antwort von Patrick:
Gedanken hatte ich eigentlich keine; ich fühlte eine riesige Erleichterung – so, als fielen tonnenschwere Steine von mir. Dann fühlte ich einfach eine grenzenlose Freude und mir wurde allmählich bewusst, dass ich endlich den lange ersehnten Titel eines offiziellen Motocross-Schweizermeisters gewonnen hatte. Und ich war sehr stolz das Ziel endlich erreicht zu haben, auf das ich Jahre lang hingearbeitet habe.
Teil 2 des Interviews:
Ausblick auf die neue Saison 2008:
6. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, in der neuen und noch jungen Saison 2008 startest Du neu in der Kategorie «Swiss Masters Open», bezw. «Inter Open» bei den SAM-Rennen. Wann und weshalb hast Du Dich zu diesem Schritt entschieden?

Antwort von Patrick:
Der Entscheid in die «Open-Klasse» aufzusteigen, fiel schon relativ früh. Yamaha wollte ja eigentlich schon auf die Saison 2007 in die große Klasse wechseln. Ich hingegen wollte aber unbedingt nochmals versuchen, den Titel bei den «125ern» zu holen, was ja dann auch geklappt hat. Hätte ich das angestrebte Ziel jedoch verpasst, wäre ich halt ohne Titel in die «Open-Klasse» gewechselt.
Patrick's Arbeitsgerät - die Yamaha YZ450F
7. Frage von RS-Sportbilder.ch
Roland, hat der Start bei den «Open» auf Deine Arbeit irgendwelche Auswirkungen/Konsequenzen? Und wenn ja welche?

Antwort von Roland:
Vor allem im Bereich des Motors gibt es im Vergleich zur letzten Saison schon bedeutend weniger zu tun. In der 125er Klasse war unser 250er Motor mit einem Motoren-Kitt vom Yamaha-Rinaldi-Team (!) ausgerüstet, der nach 8 Betriebs-Stunden stets einen Kolbenwechsel verlangte. Jetzt, da wir einen 450er Motor einsetzen, können wir problemlos 35 Stunden fahren ohne ihn zu öffnen. Der «450er» ist also viel robuster und pflegeleichter – kommt hinzu, dass es sich dabei um einen Original-Motor handelt, der ohnehin schon genügend Leistung und Power mit sich bringt.
8. Frage von RS-Sportbilder.ch
Roland, bezogen auf all die verschiedenen Rennstrecken, Boden- & Wetterverhältnisse ändert sich ja auch das Set-Up der Maschine. Inwieweit kann man unter der Woche diesbezüglich Vorbereitungen treffen?

Antwort von Roland:
Im Vorfeld eines Rennen kann man eher wenig vorbereiten; vielleicht bei den Reifen ja – zB. in Broc wissen wir, dass wir unter normalen Verhältnissen eher einen härteren Reifen fahren. In Frauenfeld beispielsweise setzen wir eher einen kleineren Kettenkranz ein, da die Strecke einige «Stopp & Go-Abschnitte» aufweist – vor allem bei den 125ern war dies der Fall. Ansonsten ergibt sich die Feinabstimmung des Bikes aus dem freien Training des jeweiligen Rennens. Da wird dann situativ auf das Zeit-Training und natürlich aufs Rennen hingearbeitet.
Roland Huerzeler - seit anfangs 2007 Mechaniker von Patrick
9. Frage von RS-Sportbilder.ch
Roland, gibt es bezogen auf die jeweiligen Rennstrecken am Bike auch Grund-Einstellungen, welche sozusagen Jahr für Jahr übernommen werden können?

Antwort von Roland:
Nein – früher bei den 125ern war das vereinzelt vielleicht noch möglich; aber jetzt in der Open-Klasse geht das nicht mehr; da wird alles immer direkt vor Ort festgelegt – abhängig unter anderem von den Boden- & Wetterverhältnissen.
10. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, zurück zur neuen Saison: Musstest Du in Anbetracht der Tatsache, dass Du nun in der «Open-Klasse» startest Deine eigentliche Vorbereitung auf die neue Saison stark umstellen/ändern?

Antwort von Patrick:
Eigentlich nicht – ich habe den Trainingsplan aber trotzdem etwas geändert und intensiviert, weil ich einfach von mir aus noch professioneller arbeiten will. ZB im Bereich Kraft und Fitness will ich einfach noch etwas zulegen – unabhängig ob ich jetzt «125er» oder «Open» fahre.
11. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, Du konntest in Wohlen nicht zum SAM-Rennen starten, da Du Dir während der Saisonvorbereitung den kleinen Finger an der rechten Hand gebrochen hast. Wie und wo ist das passiert und in welchem Ausmaß hat es Deine ursprünglich geplante Saison-Vorbereitung beeinflusst/verändert?

Antwort von Patrick:
Also passiert ist es während des Trainings in Bellinzago (ITA) kurz vor Saisonbeginn; danach konnte ich bis zu den ersten Rennen in Frauenfeld und Payerne überhaupt nicht mehr aufs Bike sitzen um zu trainieren. Im konditionellen Bereich und an meiner körperlichen Fitness konnte ich jedoch uneingeschränkt weitertrainieren.
12. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, Du hast Dir dann eine spezielle Schiene anfertigen lassen (sieh Fotos), damit Du trotz Verletzung beim Saisonauftakt der Swiss-Masters in Frauenfeld starten konntest. Wie stark behindert Dich diese Manschette/Schiene beim Fahren?

Antwort von Patrick:
Nun die Manschette/Schiene hat mich schon sehr stark behindert; speziell in Payerne war es extrem schwierig zu fahren, da ich das Bike beim stehend fahren nie richtig in der Balance halten konnte – dies weil ich den Lenker mit der rechten Hand nicht richtig halten/führen konnte.
Patrick mit speziell angefertigter Finger-Schiene
13. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, hast Du noch Schmerzen und wie lange musst Du die Manschette noch tragen?

Antwort von Patrick:
Zum Glück muss ich sie jetzt nicht mehr tragen; Schmerzen habe ich aber trotzdem noch; mal mehr mal weniger – kommt auch darauf an wie die Strecken-Charakteristik aussieht.
14. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, trotz Verletzung hast Du in Frauenfeld Deine Visitenkarte bei den «Open» auf sehr eindrückliche Art & Weise hinterlegt. 2. Im Zeit-Training hinter Julien Bill, 2. im 1. Lauf hinter Bill und Sieger im 2. Durchgang – vielleicht auch Dank des Ausfalls von Julien infolge Benzinmangels ... Mit diesem tollen Debüt hast auch Du bestimmt nicht gerechnet oder ...?

Antwort von Patrick:
Nein damit habe ich wirklich nicht gerechnet! Ich wusste ja auch nicht, ob ich in Frauenfeld wegen des Fingerbruchs überhaupt werde fahren können. Falls möglich, hoffte ich 2x in die «Top 5» fahren zu können – mehr wagte ich nicht mal zu träumen.
15. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, 1 Woche später Payerne; wiederum eine hervorragende Darbietung von Dir. 4. in der Quali und Sieg im 1. Durchgang vor Justin Carafa (AUS) der für ein Deutsches Team startet – im 2. Lauf dann die umgekehrte Reihenfolge – und ein erneut starkes Resultat mit Platz 2 in der Tageswertung hinter dem Australier – ein Wort dazu ...?

Antwort von Patrick:
Ja das war für mich wirklich ein perfektes Weekend mit dem ich natürlich auch nie rechnen durfte. Es läuft bisher ohnehin alles nach Plan – so wie ich es mir insgeheim eigentlich erhofft hatte.
16. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, Stichwort «Muri», Dein Heimrennen steht unmittelbar vor der Tür? Endlich mal wieder bei schönem Pfingst-Wetter und auf trockenem Boden. Du hast Dir hier vor eigenem Publikum bestimmt sehr viel vorgenommen ...?

Antwort von Patrick:
Wenn ich 100% gesund wäre, würde ich von mir ganz klar Siege in beiden Rennläufen erwarten, was mit 50 Punkten belohnt würde. Aber jetzt wo ich des Fingers wegen nicht ganz fit bin, fände ich einen Platz auf dem Podium schon echt cool.
(Leider hat es dann aber nicht ganz geklappt, da das Renn-Weekend für Patrick doch eher enttäuschend verlief. - Anmerkung von RS-Sportbilder.ch)
17. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, was waren eigentlich Deine ursprünglichen Saisonziele vor dem Saisonstart und musst Du die jetzt mit bereits 24 Punkten Vorsprung (Stand vor Muri) auf den amtierenden Schweizermeister Marc Nicolet nicht langsam neu definieren?

Antwort von Patrick:
Mein offizielles Saisonziel – unabhängig vom momentanen Punktestand und von meiner Finger-Verletzung – war Platz 3 in der Endabrechnung. Innerlich jedoch hoffe ich natürlich schon auf den Schweizermeister-Titel bei den «Swiss Masters Open».
18. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, wen siehst Du neben Dir – aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs – am Ende der Saison vorne?

Antwort von Patrick:
Als meine größten Konkurrenten sehe ich Marc Nicolet als amtierender Schweizermeister, Justin Carafa und Chris Möckli, der momentan wieder sehr stark fährt.
19. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, wie stark verfolgst Du die 125er-Klasse und welche Fahrer zählst Du da zu den Favoriten im Kampf um die vordersten Plätze in der Meisterschaft – sowohl bei den «Swiss Masters 125» wie auch bei den «SAM-Inter 125»?

Antwort von Patrick:
Ich denke, dass Arnaud Tonus der große Anwärter auf den Titel sein wird – vorausgesetzt, er fährt die gesamte Meisterschaft. Dann ist natürlich Nico Charlier ein ganz heißer Favorit auf den Titel. Grégory Wicht, Kevin Auberson & Romain Billerey werden aus meiner Sicht um die Plätze 2 und 3 kämpfen.
Teil 3 des Interviews:
Thema: WM-MX3 2008:
20. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, lass uns kurz über die MX3-WM-Saison reden: Du hast Dir eigentlich vorgenommen, auch einzelne Rennen der MX3-WM zu fahren; welche Rennen wirst Du jetzt nach Deinem Fingerbruch konkret noch bestreiten können?

Antwort von Patrick:
Ich denke, dass ich in diesem Jahr noch 3 MX3-WM-Rennen fahren werde; nämlich am 8. Juni 2008 in Mladina (Kroatien), am 6. Juli 2008 in Markelo (Holland) und am 7. September 2008 natürlich «mein Heimrennen» in Roggenburg; diese 3 Rennen will ich unbedingt fahren. In Roggenburg sowieso, nachdem ich letztes Jahr als 3.-platzierter in der EMX2-Klasse einen Podest-Platz erreicht habe.
21. Frage von RS-Sportbilder.ch
Roland, was bedeuten für Dich die MX3-WM-Rennen? Was ändert das an Deiner Arbeit im Zusammenhang mit dem Bike? Ändert es überhaupt etwas?

Antwort von Roland:
Wir werden weite Reisewege haben, viel Autofahren müssen und sehr wenig Schlaf haben; ansonsten ändert sich für mich im Bezug auf meine Arbeit eigentlich wenig bis gar nichts – außer dass ich die Startnummer wechseln muss, da Patrick mit einer anderen Startnummer an den Start gehen wird.
Patrick mit seinem Bike
Teil 4 des Interviews:
Blick in die Zukunft:
22. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, mit bald 27 Jahren gehörst Du zu den absoluten Routiniers; wäre das nicht ein ideales Alter, um – auch dank Deiner immensen Erfahrung – noch konsequenter auf die Karte «MX3-WM» zu setzen?

Antwort von Patrick:
Nein, ich denke, dass für mich eine komplette MX3-WM-Saison aus rein finanziellen Gründen nicht machbar ist. Eine solche Saison kostet enorm viel Geld; es wäre absolut unmöglich, dies alles aus meiner eigenen Tasche zu finanzieren. Kommt hinzu, dass man an diesen Rennen kein Geld verdienen kann, um die Unkosten auch nur annähernd decken zu können. Sportlich gesehen würde mich das sicher schon reizen; ist aber aus den genannten Gründen im Moment absolut undenkbar – leider ...
23. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, könnte die IMBA (Motocross-EM für Amateure) noch ein Thema sein?

Antwort von Patrick:
Nein! Ich bin wohl mal IMBA-Rennen gefahren; würde dies jedoch nie mehr wieder tun. Über die Gründe meines jetzigen Denkens möchte ich jedoch keine näheren Angaben machen.
24. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, wie sehen generell Deine sportlichen Ziele für die kommenden Jahre aus?

Antwort von Patrick:
Erstens hoffe ich natürlich, dass ich von großen Verletzungen verschont bleibe und dass ich die nächsten Jahre auf diesem Niveau weiterfahren kann. Wird dies der Fall sein, so hoffe ich natürlich schon, dass ich noch ein paar Titel einfahren kann. Mal sehen was die nächsten Jahre bringen.
5. und letzter Teil des Interviews:
Blick in die Zukunft nach Deiner Aktiv-Zeit:
25. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, hast du dir schon mal Gedanken gemacht, was Du nach Deiner Aktiv-Zeit machen willst? Könntest Du Dir vorstellen Deine Erfahrung und Dein Können den Nachwuchsfahren-Fahrerinnen weiterzugeben – als Trainer sozusagen?

Antwort von Patrick:
Vorstellen kann ich es mir schon, dass ich eines Tages meine mittlerweile 18-jährige Renn-Erfahrung an den Nachwuchs weitergeben werde. Erste Erfahrungen diesbezüglich konnte ich bereits jetzt schon machen. Denn ich habe unmittelbar nach dem Rennen in Payerne für einen Club ein Trainingslager geleitet, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.
26. Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, wäre es auch denkbar, dass Du mal ein eigenes Team gründen wirst oder wäre eine Aufgabe bei einem Deiner langjährigen Ausrüster (zB. bei Hostettler) eher ein Thema für Dich?

Antwort von Patrick:
(Patrick schmunzelt) Ja Roland und ich haben hin und wieder mal darüber gesprochen; wir haben uns dann jeweils gefragt ob und in welcher Form sich zu zweit eine Team-Gründung verwirklichen lassen würde. Konkrete Vorstellungen haben wir jedoch noch nie wirklich durchdiskutiert; lediglich locker darüber nachgedacht. Ich denke, im Moment ist es für uns zwei noch ein Wunschtraum. Ob und wann er sich verwirklichen lassen wird, wird die Zukunft zeigen.
(Hört sich ja sehr interessant an ... - Anmerkung von RS-Sportbilder.ch)
27. und letzte Frage von RS-Sportbilder.ch
Patrick, wäre es auch denkbar, dass Du Dich nach Deiner Karriere als MX-Rider auch vermehrt in Deinem Club, dem MRSC Muri engagieren willst oder wäre sogar eine Aufgabe in einem der beiden Verbände (SAM oder FMS) für Dich reizvoll?

Antwort von Patrick:
(Patrick schmunzelt erneut) Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir nicht vorstellen, was in 5 Jahren sein wird – das ist alles noch offen. Was ich aber sicher schon jetzt weiß ist, dass ich mich – wenn ich ehrlich sein darf – weder für den SAM noch für die FMS jemals engagieren werde. Natürlich werde ich weiterhin meinem Club (MRSC Muri) beim Streckenbau behilflich sein – ansonsten mache ich mir darüber noch keine großen Gedanken.
So Patrick, wir sind am Schluss dieses Interviews angelangt; das Schlusswort gehört Dir ...!?!?

Antwort von Patrick:
Ok, dann möchte ich natürlich die Gelegenheit nutzen, um mich an dieser Stelle bei meinen Sponsoren, bei meinen Eltern, bei meinem Mech. Roli, bei meinem gesamten Stuff und last but not least bei meinen tollen Fans zu bedanken, weil sie mich stets so großartig unterstützen - vielen Dank Euch allen!
Ok Patrick und Roland das wars, ich danke euch Beiden ganz herzlich für dieses spannende und interessante Interview und für die Zeit, die Ihr mir zur Verfügung gestellt habt. Für die nachfolgenden Saison-Rennen wünsche ich Euch zudem weiterhin viel Erfolg, alles Gute, viel Glück und vor Allem unfallfreie Rennen – herzlichen Dank!
Muri - Pfingst-Sonntag, 11. Mai 2008
www.RS-Sportbilder.ch
Ihr Fotograf
René Streuli
 
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